Von neuen Kollegen, digitalen Wachhunden und wiederauferstandenen Künstlern in der Presseschau 18/25

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Der Mensch muss die Maschine verstehen, das halte ich für den Schlüssel zum Vertrauen. — Martina Mara, Professorin für Roboterpsychologie, Johannes-Kepler-Universität, Linz

Von neuen Kollegen, digitalen Wachhunden und wiederauferstandenen Künstlern in der Presseschau 18/25

In den nächsten Jahren werden wir mehr und mehr mit Künstlicher Intelligenz und Robotern zu tun haben als es jetzt noch der Fall ist. Altenpfleger, Empfangsdame im Hotel oder Versicherungsangestellter sind in Japan beispielsweise Berufe, die bereits von Robotern übernommen werden. Doch wie denkt eigentlich der Mensch über seinen neuen „Kollegen“?

Mein Freund, der Roboter?

Sie heißen Pepper, Sophia oder Bob und während einige von den mehr oder weniger menschlich anmutenden Robotern fasziniert sind, empfinden zumindest in Deutschland viele Menschen das Antlitz eines humanoiden (menschenähnlichen) Roboters als äußerst beunruhigend. Martina Mara, Professorin für Roboterpsychologie an der Johannes-Kepler-Universität im österreichischen Linz, beschreibt im Interview mit sueddeutsche.de, warum sich Menschen vor Maschinen fürchten und wieso gerade die Japaner offener dem technologischen Fortschritt auf dem Gebiet der Robotik begegnen.

In der Industrie ist der Einsatz von Robotern kaum noch wegzudenken. Laut Branchenverband IFR werden in den nächsten zwei Jahren mehr als drei Millionen Roboter in der Industrie im Einsatz sein. Seit 2014 hat sich die Anzahl von Industrierobotern verdoppelt, vor allem in mittelständischen Unternehmen wächst die Nachfrage stetig. Auf der Messe Automatica in München zeigten Hersteller neue Roboter, die immer präziser und sensibler aber auch immer besser mit Menschen gemeinsam arbeiten können. Der große Trend heißt Cobot (kollaborativer Roboter), berichtet das Handelsblatt.

Eine Art Roboter-Wachhund hat das für seine laufenden Roboter bekannte Unternehmen Boston Dynamics auf der Cebit in Hannover vorgestellt. Der autonome vierbeinige Roboter mit dem Namen „Spotmini“ kann mit Kameras ausgerüstet zum Beispiel Fabrikgelände bewachen, Treppenhäuser bewachen oder ihren „Herrchen“ ein Glas Wasser bringen. Im kommenden Jahr soll Spotmini auf den Markt kommen. Einen Verkaufspreis für den 30 Kilo schweren „Wachhund“ gibt es allerdings noch nicht. Was der Roboterhund alles kann, berichten faz.net und Spiegel Online.

„Dürfte ich bitte mal vorbei?“

In einem Vorort von Dallas im US-Bundesstaat Texas startet im Juli ein Pilotprojekt des Unternehmens Drive.ai, das fahrerlose Autos auf festgelegten Routen durch ein Büroviertel fahren lässt. Die orange lackierten Kleinbusse sollen etwa 10.000 Menschen vom Parkplatz zum Arbeitsplatz oder in der Pause zum Mittagessen fahren. Die große Besonderheit an Drive.ai ist die Möglichkeit, mit anderen Autos und Fußgängern zu kommunizieren. Mehr dazu bei Golem.

Rembrandt is back

In Amsterdam wurde 347 Jahre nach seinem Tod eines neues Rembrandt-Gemälde präsentiert. Das Portrait „The Next Rembrandt“ zeigt einen etwas blassen Mann mit Bart und schwarzem Hut und ist das Ergebnis von 18 Monate Arbeit eines Teams von Kunsthistorikern, Programmierern und KI-Experten. Anhand der Daten von fast 350 Rembrandt-Originalen lernte die KI hinter dem Projekt „The Next Rembrandt“ Pinselstrich, Geometrie der Komposition und Art und Höhe des Farbauftrags. Aus 15 Terabyte Datenmaterial „Künstler-DNA“ wurde schließlich das 148 Millionen Pixel große Gemälde mithilfe eines 3D-Druckers und 13 Schichten Farbe geschaffen. Warum das Ergebnis verblüffend wird und dennoch das gewisse Etwas fehlt, schreibt Ursula Scheer bei faz.net. Auch unter die Komponisten geht die KI. Software wie Flow Machines  NSynth komponieren Hintergrundmusik für Computerspiele und Geräuschkulissen für Computerspiele, berichtet Heise.

Darüber hinaus

Der Softwarekonzern Microsoft arbeitet an einem Tool, dass Vorurteile und unfaire Entscheidungen von unterschiedlichen KI-Algorithmen erkennen kann.

Google will mithilfe von KI Krankheitsverläufe und mögliche Risiken für Patienten in Krankenhäusern voraussagen. Mithilfe von Gesundheitsdaten (pro Person fast 200.000 einzelne Datenpunkte) kann eine prognostiziert werden, wie groß die Überlebenschancen für Patienten während des Krankenhausaufenthalts sind, schreibt das Handelsblatt.

Wer mehr über die Grundlagen künstlicher Intelligenz, maschinelles Lernen und neuronale Netze lernen möchte, kann sich an der Universität Helsinki für einen kostenfreien Online-Kurs anmelden (auf Englisch).

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